24
Sep
2016
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Tag 5 – Brain Food Challenge

Endlich Freitag, mein freier Tag. Und ich hab mir einiges vorgenommen. Unter anderem auf dem Wochenmarkt ein Stück Fleisch erstehen, dass weder Schwein, Rind noch Huhn ist.

08:28 Uhr

Ich bin beim Yoga im Büro. Ja, wir haben freitags einen Yoga-Kurs im Büro (4 Extra-Punkte für Bewegung – katsching!). Auf jeden Fall hab ich schon wieder Hunger und trage Sorge, dass mein Magen während einer der Übungen gleich mal laut zu knurren anfängt. Außerdem habe ich zwei verschiedene Socken an. Ups.

08:32 Uhr

Gott, meine süße sind wirklich so unterschiedlich groß, dass man es sehen kann. Eva, unsere Yoga-Lehrerin, erklärt ja alles ganze genau und als es um die Fußhaltung für den „schwebenden Stuhl“ ging, ist mir das mal so aufgefallen.

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Abgesehen davon, bin ich so verspannt in meiner linken  Hüfte, dass ich auf einem extra Klotz sitzen darf. Dolle viel besser wird es dadurch nicht, aber ich finde das sehr aufmerksam. Dennoch: unbeweglich ohne Ende. Unglaublich, dass ich früher mal Spagat und so was konnte.

9:23 Uhr

Schon wieder Kuchen im Büro. Den ersten diese Woche habe ich geschickt ausgelassen, da ich ja nicht da war. Dafür stehen hier jetzt gleich zwei rum. Gut, dass ich mein Frühstück einstecken und auch schon gegessen hatte. Roter Eichblattsalat mit spitzenmäßig selbst mariniertem Hühnchen. Da ich gestern nämlich nicht nur bei Senf sondern auch bei Würzmischungen meinen Zucker-Aha-Moment hatte, habe ich mir kurzerhand selbst was ausgedacht:

  • Olivenöl
  • Knoblauch
  • Zitronenscheiben und -saft
  • Chilli frisch gemahlen

Sehr lecker. Mach ich bestimmt bald noch mal.

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Also bleibt es bei Kuchen dabei, dass ich Simone bitte den von mir favorisierten doch für mich zu kosten. Also eigentlich musste ich darum nicht bitten, es ist einfach passiert. Und es stellt sicher heraus, jede Menge Mandelaroma oder so. Sprich, das Ding schmeckt nach Marzipan und da ich das nicht mag ist die Welt noch besser als vorher. Denn: Hätte ich mich im Normalfall dazu verleiten lassen, ein Stück zu nehmen, hätte ich es schiedlich eh nicht gemocht.

10:20 Uhr

Nach langem Suchen und dem Kauf eines neuen roten Lippenstifts, habe ich endlich den Wochenmarkt wieder gefunden. Der war einfach weg! Stattdessen sieht es auf dem Marktplatz aus als geht gleich der Weihnachtsmarkt los. Bude an Bude.

Also ich will Gemüse und Fleisch. Porree, ist klar, weil hab ich noch Buletten im Kühlschrank. Steuere direkt den ersten Stand an, der nicht „billig, billig“ ruft und aus der Region ist. Siehe da: Porree! Nehme ich. Dazu noch ein paar Tomaten. Und weil ich ein freundlicher Mensch bin, helfe ich auch noch einer älteren Dame im Rollstuhl mit anscheinend halbseitiger Lähmung je ein Pfund Tomaten (nach ihrer Logik 15 Stück) in zwei Tüten zu sortieren. Das Ergebnis des Ganzen: ich muss mich wieder ganz Hinten anstellen, statt 2 Rentner stehen jetzt 7 vor mir und alle halten ein Pläuschchen mit der Verkäuferin. Argh. Super. Jetzt wird das nüscht mit dem Fleischer, ich hab ja um 11: 15 Uhr den nächsten Termin.

12: 43 Uhr

Zurück auf dem Wochenmarkt. Noch mehr Leute. Noch mehr Rentner und Leute mit Mittagspause vermute ich. Ich gebe zu die Leute nerven mich heute doch – bin ja noch in der „du nervst“ Phase. Aber eigentlich auch nur deshalb, weil sie vordrängeln und alles so voll ist. Da habe ich nicht meine Ruhe zum gucken und auswählen. Aber ich bin ja ein friedlicher Krieger und will keinen Ärger. Aber da soll mir noch mal einer sagen, die jungen Leute seien nicht aufmerksam und hilfsbereit.

Fleischer 1 zu voll, Fleischer 2 nur standard, Fleischer 3 Wurst, Fleischer 4 sieht ganz gut aus, nehme ich. Es gibt verschiedene Teile Kaninchen. Da es Kaninchen bei uns immer zu Weihnachten gibt, weiß ich, dass es mir schmeckt und dass ich es wohl irgendwie zubereitet bekomme. Notfalls mit fernmündlicher Unterstützung von Mutti. Tauchen schon wieder zwei Rentnerinnen auf, auch im Rollstuhl. Sie sind der Meinung, ich und eine andere Frau würden ja nicht anstehen, weil wir auf der falschen Seite des Wagens stehen. Schwupp, vorgedrängelt. Heißt für die Kaninchen-Verkäuferin, sie hat mich als Kunden verloren.

13:04 Uhr

Ich bin stolze Besitzerin eines Stücks Wildschweinlende. Und nu?

13:07 Uhr

Treffe meine beiden Rollstuhl-Ladys von Fleischerwagen Nummer 4 wieder. Sie essen eine Bockwurst. Ist doch nicht ihr Ernst, dass sie deshalb so einen Aufstand an dem Wagen gemacht haben. Egal, ich habe ja jetzt Wildschwein.

16:37 Uhr

Ich bin schon wieder beim Fleischer. Mit meinem einen Stückchen Wildschwein komm ich ja nicht weit übers Wochenende. Da ich wegen Baustellen und Feierabendverkehr keine Lust habe mich zum Fleischer des Vertrauens durchzuschlagen, beschließe ich mal einen neuen zu testen. Ein riesiges Ding wie sich herausstellt, aber praktisch gleich am Fitti zwischen Penny und Rewe.

„Ich hätte gern von dem Tatar… Ja, das passt so. … Und dann noch so eine doppelte Hühnerbrust. … Und dann noch ein Stück von dem Rind.“

„Roast Beef?“

„Ja, sehr gern. … Das war’s dann. Danke.“

„Das macht dann 24 Euro …“

Ich glaube mir entgleist dermaßen das Gesicht und ich verstehe den Cent-Betrag der folgt nicht mehr.

16:45 Uhr

Im Auto. Ich komme zu dem Schluss, die 24 Euro irgendwas als eine angemessene Entschädigung für das Tier anzusehen, dass mich nun in dieser Challenge unterstützt. Liebes Tiere – besser liebe Tiere – ich hoffe, ihr durftet frei und gesund aufwachsen. Also so frei wie es halt geht, mit Wiese und so.

18:05 Uhr

Ich muss erst mal „Wildschweinlende zubereiten“ googlen.

19:13 Uhr

Ich brauche eine Marinade für mein Ofengemüse. Da die normale Variante (Olivenöl + Grillwürzer) wegen Zusatz von Zucker ausfällt, muss ich selber ran. Kann ich nicht so schwer sein. Ich schaue einfach bei der Zitatenliste vom Grillwürzer ab uns lass dabei den Zucker weg. Fuchs! Also meine Mische:

  • Salz + Pfeffer
  • Smoked Paprika (Pulver)
  • Granulierte Zwiebeln
  • Olivenöl

Im Kühlschrank finde ich eine Flasche „liquid smoke“. Oh Gott, von wann ist das dann. Na wird schon noch gut sein. Inhaltsstoffe-Check. Zwei E-Nummer. Brain Food Guide, der Food IQ, zur Hand. Stehen nicht auf der Liste, alles save. Mache mal einen guten Schluck rein. Marinade riecht schon mal lecker.

19:39 Uhr

Ok, Wildschwein komm her. Ich bin ein wenig aufgeregt und muss an die Wildschweinferkel aus dem Wildpark denken.

19:58 Uhr

Ich klopfe mir geistig selbst auf die Schulter. Das hab ich gut gemacht. Das Fleisch und das Gemüse. Ich lass es mir mal weiter schmecken.

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20:23 Uhr

Ich will noch schnell das Hühnchen für morgen einlegen. Ich hole es aus der Verpackung und so langsam schwant mir, wie sich der Preis beim Fleischer zusammensetzt. Das war eine Monster-Huhn. Anders geht es nicht. Ich mache mir mal den Spaß es zu wiegen und siehe da, ich habe ca. 700 g Hühnerbrust erworben. Muss mich also nicht mehr wundern.

Fazit

Heute war ein erfolgreicher Challenge-Tag. Ich freu mich und bin guter Dinge. Ich probiere Neues, halte zumindest in der Küche schon mal besser Ordnung als vor der Challenge und es geht mir gut. Nix zu beklagen. Ich hoffe meine Mitmenschen sehen das genau so.

Franzi

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