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Feb
2017
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Manchmal fehlen die Worte…

Montag, 6. Februar 2017, 11 Uhr. In dem Moment, in dem dieser Beitrag online geht, sitze ich in der Trauerhalle unseres Friedhofs in Berlin und nehme Abschied von einem Menschen, der so lange in meinem Leben war, dass er bereits zu einem Teil meiner Familie geworden ist, ohne dass ich es gemerkt habe. Zumindest bis zu diesem Moment vor ein paar Wochen, als mich die traurige Nachricht erreichte…

So kommt es, dass dies wohl die schwierigste Karte ist, die ich bisher je zu basteln hatte. Schwierig nicht deshalb, weil ich nicht wusste, wie sie aussehen sollte. Schwierig einfach deshalb, weil so viele Emotionen und Erinnerungen mit dem Verstorbenen und seiner Familie verbunden sind, dass ich mehrere Mal pausieren musste, um den Tränen, die da strömten, Herr zu werden.

Das Leben soll einer begreifen, das manchmal so ungerecht, so unerwartet die Menschen, die wir lieben, so erbarmungslos von uns reißt, dass die Leere, die sie hinterlassen alles mit sich zu ziehen droht.

Noch immer fehlen mir die richtigen Worte, um dem, was ich empfinde, Ausdruck zu verleihen. So wird sich wohl jetzt gerade – irgendwann zwischen 11 und 11:30 Uhr – ein erneuter Schwall an Tränen seinen Weg über meine Wangen bahnen, während ich mich mit einer Hand an meine Mutter, mit der anderen an mein Taschentuch kralle und an den Lippen meines Vaters hänge, der von uns dreien wohl die schwierigste Aufgabe übernommen hat.

Doch wenn uns die Worte fehlen, dann sprechen oftmals unsere Taten für uns. Manchmal, so hoffe ich, bedarf es jedoch weder dem einen noch dem anderen. Ich hoffe, dass es in diesen Momenten, die innere Verbundenheit ist, die es einen spüren lässt, man ist nicht allein. Und dennoch freue ich mich unendlich, meine Liebsten endlich in die Arme zu schließen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Auch wenn ich wünschte, der Anlass wäre ein anderer.

Entschuldige bitte, sollte dieser Beitrag etwas wirr sein und auch, dass er gar nichts über die Karte an sich sagt. Darum geht es mir hier und heute gar nicht. Eigentlich ist dieser Beitrag „nur“ ein Ventil, um ein paar meiner Gedanken loszuwerden, ganz nach dem Motto: Schreien macht frei.

Einmal mehr stelle ich fest, wir sind immer nur „Hier“ und es gibt nur das „Jetzt“. Ja, es klingt so simpel und gar abgedroschen, aber am Ende ist es doch genau das, worauf es ankommt: Das Beste aus jedem Moment, jedem Atemzug zu holen. Dabei kann das Beste so vielfältig, so einfach oder auch winzig und unbedeutend sein, so lange es uns glücklich macht, wird es schon das Beste für uns sein.

Ich gebe zu, ich bin vielleicht selbst nicht besonders gut darin, meine Zeit nicht „zu verdaddeln“, wie ich das gern nenne. Aber ich bemühe mich und ich werde besser und ich denke, ich werde dadurch gelassenen und zufriedener.

Sieht ganz so aus, als fehlen mir doch nicht (mehr) die Worte, schließlich sind ja doch ein paar zusammen gekommen. Und so möchte ich mich heute verabschieden mit einem lauten Schrei, einem Appell an das Leben! Genieße es! Mach was draus! Sei glücklich – hier und jetzt!

Und ich bediene mich ein paar der abschließenden Worte der Rede, der ich gerade lausche:

Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst dich daran erinnern, wie gerne du mit mir gelacht hast

(Antoine de Saint-Exupéry)

Alles Liebe,
Franzi

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8 Responses

  1. Liebe Franzi, mein herzlichstes Beileid an dieser Stelle! Dein Beitrag ist gar nicht wirr und toll geschrieben (wie immer, auch wenn es so ein trauriger Anlass ist!) Ich drück dich aus der Ferne und wünsche dir viel Kraft! Ganz liebe Grüße, Kerstin

  2. Liebe Franzi, mein herzlichstes Beileid! Dein Text ist gar nicht wirr, sondern irgendwie genau richtig! Ich kann das so gut nachvollziehen! Schöne Worte hast Du gefunden bzw rausgelassen! Und was für eine zauberhafte Karte <3 Ich drück Dich und wünsche Dir und deiner Familie ganz viel Kraft =*

  3. heidi

    Liebe Franzi, mein Beileid! Es ist immer schlimm, wenn sich der Lebenskreis eines nahen Menschen geschlossen hat und man ohnmächtig lernen muss mit der Trauer und dem Schmerz umzugehen. Deine Schlussfolgerung, dass du das Leben nicht mehr „verdaddeln“ willst, ist natürlich richtig. Aber Rumdaddeln gehört dazu. Eben zum Leben genießen! Ich drücke dich fest, meine Liebe.

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